Burg Wildenberg

 

 

 

 

Die Wildenburg

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Lage
Die Wildenburg liegt 5,5km südwestlich von Amorbach zwischen Kirchzell, Buch und Preunschen.

Aufbau
Die Wildenburg war in unterschiedliche Abteilungen aufgebaut:

Wildenburg Modell
Quelle: Erwin Merz, Rekonstruktion Burg Wildenberg um 1500 (Flyer Waldmuseum Watterbacher Haus)

 

Die Burg wurde durch viele Elemente gesichert wie z.B. einen doppelten Bering mit Kragen, eine Schildmauer und einen über Eck gestellten quadratischen Bergfried.
Der Palas, der zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Stauferzeit zählt, neben der Kaiserpfalz zu Gelnhausen, stand zur Talseite hin.
Außerdem gab es außerhalb der Burg noch eine Vorburg, die heute nicht mehr zu sehen ist, da sie überwachsen und zerstört ist.

Hier ein Bild, wie die Vorburg ausgesehen haben soll:

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Sie lag zwischen dem inneren und äußeren Halsgraben.

Quelle: Leidorf, Klaus; Ettel, Peter; Irlinger, Walter; Zeune, Joachim: Burgen in Bayern – 7000 Jahre Geschichte im Luftbild, S. 190, Theiss Verlag, 1999, WBG Darmstadt

Heutzutage kann man noch den Keller und den Bergfried besuchen.
Hier ein paar Fotos des Kellers:

btyDer Eingang zum Keller

thumbnail_DSC05637[9]Der Gewölbekeller

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thumbnail_DSC05617[6]Das Winterquartier der Fledermäuse

bdrWir verlassen den Keller und gehen weiter zum Bergfried…

P1380349….wir betrachten den Bergfried von außen.

bmdAuf dem Weg nach oben…

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In der Mitte der Burg befindet sich der frühere Eingang zum Bergfried, in den man mit einer Leiter hineinkam.

btyOben angekommen hat man einen herrlichen Ausblick.

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Handwerkerzeichen
An der Burg gibt es viele Steinmetzzeichen. Jeder Stein, der bezahlt war, wurde mit dem Zeichen des Meisters versehen. Am Torbogen kann man heute noch die Inschriften der Erbauer erkennen:

IMG_2822Heute noch die schwer erkennbare Inschrift

IMG_2825Hier eine Nachschrift auf Papier

Dies heißt: Diese Burg machte Burkart von Dürn und gegenüberliegend Ruprecht von Dürn.

Weitere Inschriften sind im Palas zu finden:
OWE MVTER

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Diese Inschrift gilt als eines der Indizien, dass sich der Ritter, Dichter und Minnesänger Wolfram von Eschenbach auf der Burg aufgehalten hat und dort einen Teil seines „Parzivals“ verfasste. Denn in dem berühmten Roman fragt der junge Parzival seine Mutter „OWE MVTER WAZ IST GOT“ (Ach, Mutter, was ist Gott?)

Und eine weitere Inschrift:

BERTOLT MVRTE
MICH VLRICH
HIWE MICH

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Berthold mauerte mich, Ulrich hieb mich
Hier werden der Architekt und Baumeister erwähnt. Es ist keine Selbstverständlichkeit, in einer Burg Handwerker zu verewigen.

Insgesamt wird die mit wertvollen Schmuckformen verzierte Burg zu den bedeutendsten im deutschen Sprachraum gezählt.
Hier ein paar Bilder zu den Schmuckformen der Burg

 

 

 

Geschichte
Die Burg Wildenburg wurde circa im Jahre 1175-1200 von Ruprecht von Dürn und einem nicht näher bekannten Burkard von Dürn erbaut.

Im Inneren des Tores befindet sich eine Inschrift, die die Erbauer Ruprecht und Burchert von Durne nennt : DISE BVRHC MAHTE HER RVHBREHT VON DVRN.
Die Kernburg wurde ca. 1190 fertig gestellt.
Der gewölbte Torbau an der Ringmauer, der in seinem oberen Geschoss eine dem hl. Georg geweihte Kapelle besaß, führte zum Durchgang in die Burg.

Die erste urkundliche Erwähnung des „Conrad de Wildenburc“ war im Jahre 1226.

1271 – 1525 diente die Wildenburg als Sitz mainzischer Verwaltungsbeamter.

Der weitere Ausbau der Burg fand 1400 – 1511 statt (z.B. der Westturm, Erneuerung der Kapelle und die Sperrmauer quer über den Burghof).

Die Burg wird am 4. Mai 1525 von einem meuternden Bauernhaufen aus dem Heer des Götz von Berlichingen niedergebrannt. Der Schaden betrug 5 000 Gulden. Es fand kein Wiederaufbau statt.

Die Burg wurde bis ca. 1800 von benachbarten Ortschaften als Steinbruch ausgebeutet.

Graf Franz von Erbach lässt 1821 eine Anzahl schöner Architekturfragmente ausbrechen und in einer künstlichen Ruine im Eulbacher Park vermauern. Eine Anzahl weiterer Bruchstücke gelangt im Laufe der Zeit in die Museen in Aschaffenburg und Amorbach.

Heute dient die Wildenburg als schöner Besuchsort, da ein Großteil der Burg das ganze Jahr über zu begehen ist. Außerdem finden auf der Burg manchmal Festivals statt.

Hier ein Bild des Orginal-Weges der in früherer Zeit zur Burg führte:

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Ein Modell der Wildenburg vor ihrer Zerstörung:

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Ein Modell der Wildenburg nach ihrer Zerstörung:

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Quelle: Erwin Merz, Rekonstruktion Burg Wildenberg um 1500 (Waldmuseum Watterbacher Haus)

In der Abteikirche Amorbach befinden sich noch weitere Überreste der Wildenburg:

 

 

Quellenangaben:

  • Manfred Hofmann, Klemens Scheuermann, Clemens Speth, Burg Wildenberg, Adelsburg-Amtssitz-Ruine, Verlag Waldkirch Mannheim 2015
  • Peter Kolb & Ernst-Günter Krenig, Unterfränkische Geschichte; Vom Beginn des konfessionellen Zeitalters bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, Band 3, Echter Verlag Würzburg, 1995
  • Walter Hotz, Burg Wildenberg im Odenwald, 1963, Hermann Emig, Amorbach
  • Watterbacher Haus, Führung auf der Wildenburg am 04. November 2017
    Führer: Tobias Schwarz
  • http://joerg-jochims.de/wildenburg/wildenburg.php

Diese Website wurde von Annika Eck & Lena Schneider erstellt.

2018 ist ein neuer Kalender zur Burg Wildenberg erschienen:

KalenderWildenburgCover_web
https://www.google.de/search?q=Kalender+Wildenburg+2018&dcr=0&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=64_adC6PrWOzFM%253A%252CJR2Jj9TZARJ4WM%252C_&usg=__8Vndy8OUB7-FTc8iZdkoqt1lmwU%3D&sa=X&ved=0ahUKEwjVtPCj_srYAhXR6KQKHSChAUEQ9QEIQTAH#imgrc=64_adC6PrWOzFM:
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